Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 004 - 31.10.2011

Podiumsgespräch zu ersten Erfahrungen mit dem neuen Bundesfreiwilligendienst

Ein fachkundiges Podiumsgespräch erwartete die Zuhöhrer/innen bei der Veranstaltung des Sozialforums Rosenheim zum neuen Bundesfreiwilligendienst am 19. Oktober 2011. Nach einem Einleitungsreferat von Erich Geßner vom Caritasverband zur Geschichte des Zivildienstes und seinem vorläufigen Ende Mitte 2011 sowie der Umstellung auf verschiedene Formen des Bundesfreiwilligendienstes übernahm Wolfgang Kopf vom Bildungswerk die Moderation. Alle vier Podiumsteilnehmer berichteten aus ihrer täglichen Praxis. Entgegen aller Unkenrufe musste zwar kein Arbeitsbereich eingestellt werden, aber die Gewinnung von Menschen für einen zeitlich befristeten Freiwilligendienst ist doch schwieriger geworden. Von den früheren Zivistellen sind bei den Verbänden BRK, AWO und Caritas sowie dem Klinikum aktuell nur noch ein bis zwei Drittel besetzt.

Die meisten Bewerber/innen sind junge Leute, die auf der Suche nach ihrem Weg sind, eine Wartezeit z. B. bis zum Studium überbrücken oder schon mal Erfahrungen in einem möglichen späteren Arbeitsfeld wie dem Klinikum, Rettungsdienst oder der Sozialen Arbeit sammeln wollen. Ältere Menschen bewerben sich bisher nur in sehr geringem Maße.

Auch die Motivation und Erwartungen haben sich erheblich verändert, dies fordert alle Einsatzstellen, sich um ihre Freiwilligen zu bemühen, sie fortzubilden und angemessene Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Wegen der Entschädigung, die durchaus bis zu 330 € pro Monat betragen kann, und der zeitlichen Flexibilität – die Mindestdauer beträgt sechs Monate – alleine, so die Meinung – macht heute keine und keiner beim Bundesfreiwilligendienst mit.

Die Träger wünschen sich weniger Bürokratie und mehr Flexibilität, sehen das neue Angebot aber als eine gute Möglichkeit, sich in einem spannenden Arbeitsbereich auszuprobieren und sind auf die nächsten Bewerbungen schon sehr gespannt.

Die DGB-Region ist Gründungsmitglied des Sozialforums Rosenheim und unterstützt dessen Arbeit federführend.


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