Die DGB-Frauengruppe Rosenheim hat am 24. November 2011 zur Fahnenhissung vor dem Gewerkschaftshaus eingeladen. Anschließend fand im Gewerkschaftshaus eine Informationsveranstaltung zum Aktionstag statt.
Die Referentin Anette Diouri von TERRES DES FEMMES informierte darüber, warum es inzwischen weltweit am 25. November den Gedenktag „NEIN zu Gewalt gegen Frauen“ gibt. Ziel ist es, die Beteiligung an den Aktionen zum 25. November weiter auszubauen. Vor dem Rosenheimer Gewerkschaftshaus weht die Fahne ‚Frei leben – ohne Gewalt’ seit 9 Jahren am 25. November. Weiter berichtet die Referentin, TERRES DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRES DES FEMMES klärt auf, wo Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei.
Als weitere Referentin konnte Maria Noichl, Mitglied des Bayerischen Landtages und Mitbegründerin des Frauen- und Mädchennotrufes in Rosenheim begrüßt werden. Sie berichtete, dass es in der Stadt und im Landkreis Rosenheim im letzten Jahr über 500 Delikte gegen sexuelle Selbstbestimmung gegeben hat. Die Straftaten, die angezeigt werden, sind aber bestimmt nur die Spitze des Eisberges. Ein Großteil der Gewaltverbrechen geschehen unter Alkoholeinfluss, berichtete sie weiter. Jede Frau, die Opfer einer Vergewaltigung wurde, sollte auch bei einer Nichtanzeige die Möglichkeit haben, kostenlos eine Beweis-/Spurensicherung machen zu lassen. Das ist bisher in der Rechtsmedizin in München möglich. Ihrer Meinung nach ist auch eine Verlängerung der Verjährungsfrist notwendig.
Nach 22 Jahren Frauenhaus in Rosenheim und 22 Jahren Frauen- und Mädchennotruf in Rosenheim kann man sagen, dass sich in den Köpfen schon etwas geändert hat, aber nicht in der Rechtsprechung. So haben zum Beispiel Mitarbeiterinnen des Notrufes kein Aussage-Verweigerungsrecht. Die Finanzierung des Frauenhauses hängt immer noch von den Belegzahlen ab.
Anschließend wurde sehr lebhaft über die Situation der Frauen in unserer Gesellschaft diskutiert.
Christa Müller
DGB-Region Südost-Oberbayern