Deutscher Gewerkschaftsbund

31.10.2011

Veranstaltung des Sozialforums Rosenheim am 19.10.11 zum Thema "Bundesfreiwilligendienst"

Veranstaltung des Sozialforums Rosenheim am 19.10.2011 im Bildungswerk zum Thema "Bundesfreiwilligendienst"

Der Diözesancaritasverband München und Freising: 

  • Früher gab es rund 600 Zivildienstplätze, derzeit gibt es 150 aktuelle Verträge im Bundesfreiwilligendienst, darunter 95 %  junge Menschen und 5 % ältere Menschen.

Frau Struwe, Caritaskontaktstelle für Behinderung in Rosenheim: 

  • Die Jugendlichen nehmen diese Zeit jetzt zunehmend her als „Schnupperzeit im Sozialbereich“, danach richtet sich auch die Stelle.
  • Vor allen Dingen in dem Bereich der persönlichen Assistenz und Schulbegleitung für Menschen mit Behinderungen sind derzeit 2 BUFDIs beschäftigt, die Caritas hat in diesem Bereich aktuell eben nur 2 Plätze besetzt, insgesamt sind es 5.

Arbeiterwohlfahrt Rosenheim:

  • Früher waren vor allen Dingen 2 Zivildienstleistende bei Essen auf Rädern eingesetzt. Im neuen Bundesfreiwillendienst sind jetzt 7 Stellen vorhanden, vor allen Dingen in Kindertagesstätten auch zur beruflichen Orientierung, d. h. das sind z. T. auch junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren

Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Rosenheim: 

  • Das BRK hat schon seit längerer Zeit mehrere Stellen des FSJ, vor allen Dingen in der Jugendarbeit.
  • Bisher gab es dort 20 Zivildienstleistende, nunmehr sind es 5 Stellen in den Sozialen Diensten und 15 im Rettungsdienst im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, d. h. die Anzahl ist gleich geblieben und nunmehr gemischt besetzt.
  • Die Teilnehmenden kommen mit einer anderen Motivation, aber auch anderen Erwartungen als früher z. T. Zivildienstleistende.

Klinikum RoMed:

  • Her gab es bisher 67 Stellen in allen 4 Kliniken für Zivildienstleistende, aktuell sind es jetzt 28 Bundesfreiwilligendienste, meist junge Leute die in Richtung Gesundheitswesen ihre berufliche Entwicklung planen. Dort werden aktuell 330 € pro Monat ausbezahlt, zusätzlich eines kostenfreien Mittagessens.

Nachfragen aus dem Plenum:

Anscheinend hat es bislang seitens der beiden Jobcenter noch keine konkreten Verweisungen oder Anfragen zur „Pflichtteilnahme“ von Hartz IV Empfängern im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes gegeben, es gibt aber einzelne Menschen die von sich aus Hartz IV beziehen und zusätzlich einen Bundesfreiwilligendienst leisten, dort ist es dann so, dass nur ein Grundbetrag von 60 € anrechnungsfrei bleibt zzgl. Der Versicherungspauschale von 30 €

Rosenheim, den 20.10.2011

gez. Helmut Türk-Berkhan, KASA der Diakonie Rosenheim


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Sozialforum Rosenheim

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Wer und was ist das Sozialforum Rosenheim eigentlich?

Das Sozialforum Rosenheim ist ein offener und lockerer Zusammenschluss von im Sozialen Bereich tätigen Einrichtungen und Organisationen. Es gibt weder eine Satzung noch einen Verein oder Vorstand, die „Sache des Sozialen und des Sozialen Gewissens“ ist es wohl, die dieses lockere Bündnis zusammen kommen ließ. Manche haben sich in den fast zehn Jahren des Bestehens wieder verabschiedet oder sind ausgeschieden, andere neu dazugekommen – die Zusammensetzung hängt auch immer ein wenig vom gerade aktuellen Themenschwerpunkt ab.

Mitglieder sind

  •         die AWO
  •         die Caritas
  •         das Diakonische Werk
  •         die Nachbarschaftshilfe Rosenheim e.V.
  •         der DGB
  •         die Katholische Kirche
  •         die Evangelische Kirche
  •         die KAB
  •         das Katholische Bildungswerk
  •         das Frauenforum Rosenheim
  •         der Kreiskatholikenrat
  •         das BRK
  •         der VdK
  •         Einzelpersonen

Geschichte des Sozialforums Rosenheim:

Ende 1996 gab es erste Gespräche, die verschiedenen Partner im sozialgesellschaftlichen Bereich in der Region zusammen zu bringen.

Anfang 1997 fand ein erstes Treffen auf Einladung des damaligen Kreisvorsitzenden des DGB Südostoberbayern, Lorenz Ganterer in Rosenheim statt-

Bald war man sich einig, dass neben dem Kennen lernen, dem internen Verständigungs- und Aushandlungsprozess, sowie dem Informationsaustausch auch um die Herstellung von Öffentlichkeit und Lobbyarbeit gehen müsse.

Dies führte zum 1. Rosenheimer Sozialgipfel am 20.10.1997. 13 verschiedene Statements zu allen Lebenslagen - von der Jugend bis zum Alter, von Frauen- über Arbeitslosigkeit bis zur Sozialhilfe - wurden vorgetragen, dem schloss sich eine Podiumsdiskussion an.

Das Jahr 1998 war durch eine gute Zusammenarbeit mit dem Regionalfernsehen Rosenheim gekennzeichnet, eine Sendeserie zu verschiedenen sozialen Themen in der Region, die sich aus den Ergebnissen des 1. Rosenheimer Sozialgipfels weiterentwickelt hatten konnte vom Sozialforum geplant und umgesetzt werden. Zwei Sendezeiten zu den Themen „Generationenvertrag“ und „Grundsicherung“ schlossen dieses Projekt Ende 1998 ab.

Am 2.10.1999 fand auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim der 2. Rosenheimer Sozialgipfel in Form einer Präsentation und Information vieler sozialer Einrichtungen und Organisationen mit Infoständen und Aktionen statt. Das Motto des Tages lautete „Unter einem Dach – für den Erhalt des Sozialstaats“.

Nachdem im Jahr 2002 Kommunalwahlen anstanden, hat das Sozialforum mit zwei Veranstaltungen aus seiner Sicht darauf Bezug genommen. Am 16.1.2002 fand ein gut besuchtes Podiumsgespräch zu sozialen Themen, Schwerpunkt „Familienpolitik“, mit den KandidatenInnen für das Amt des/der OB in Rosenheim, einige Wochen später mit den KandidatenInnen für das Amt des Landrates/der Landrätin in Stephanskirchen statt.

Im Juli 2002 informierte sich das Sozialforum über das in der Stadt neu platzierte Projekt „Soziale Stadt“, ein Versuch, soziale und wohnungspolitische Negativentwicklungen in Stadtteilen durch Bewohnerengagement und bürgerschaftliches Engagement positiv zu beeinflussen.

2003 verzeichnete einen eher bildungspolitischen Ansatz des SF mit einem öffentlichen Gesprächsabend zum Thema „Armut, - wie sieht sie aus?“ Die Armut – sehen, urteilen, handeln.

Arbeitslosigkeit und Armut – Aspekte im Rahmen der neuen Gesetzgebung

Reichtum und Armut als Herausforderung für kirchliches Handeln

Referenten waren Dr. Thomas Steinforth vom Diözesancaritasverband München und Robert Günthner vom DGB Bayern, Abteilung Sozialpolitik.

Eine größere Veranstaltung fand am 13.11.2003 mit dem Vorsitzenden der GEW Bayern, Georg Wiesmaier statt. Er referierte an diesem Tag über die Ergebnisse der ersten Pisa Studie und Möglichkeiten vor allem aus Finnland, wie man ein Schulsystem demokratischer, durchlässiger und erfolgreicher organisieren kann. Der Titel hieß: „Warum beenden viele SchülerInnen ihre Schullaufbahn ohne Abschluss?“

2004 fanden mehrere interne Veranstaltungen des SF statt. U.a. zu folgenden Themen:

  • Kürzungen im Sozialbereich in Bayern und in der Region Rosenheim
  • Pauschalierung der Sozialhilfe und Auswirkungen auf die betroffenen Menschen

2005 ging es dann wieder stärker in Richtung Öffentlichkeit.

Bereits am 2.2.2005 fand eine öffentliche Veranstaltung, wie schon oft zuvor im Katholischen Bildungswerk in Rosenheim, zum Thema „Arbeit um jeden Preis – 1 € Jobs“ statt, die gut besucht war.

Es folgten ein Referat mit Diskussion zum Thema „Was ist gute Arbeit – Arbeitsplatzentwicklungen in Bayern“ mit Prof. Kistler aus Augsburg am 25.10.2005.

Am 14.2.2006 konnte das SF Rosenheim den SZ Redakteur Franz Kotteder aus München gewinnen. Er las aus seinem Buch „Die Billiglüge“ vor und stand anschließend rund 200 interessierten ZuhörernInnen Rede und Antwort.

Im April 2006 fand die Diskussions- und Gesprächsrunde zum Thema: "Und was bringt und das?! Ein Jahr Hartz IV und 1-Euro-Jobs" eingeladen. Gesprächspartner waren Robert Günthner (Abteilungsleiter Arbeitsmarktpolitik, DGB Bezirk Bayern), Christian Meixner (Leiter der ARGE Rosenheim Stadt) und Michael Wüstendörfer (Diakonisches Werk Rosenheim).

Beim Treffen im September 2006 informierte Helmut Türk-Berkhan über die aktuelle Sozialpolitik des Sozialforums Rosenheim.

Zum Thema "Reiches Land - Arme Kinder" über die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen in Bayern lud das Sozialforum zu einer Veranstaltung mit Dr. Thomas Beyer (AWO Landesvorsitzender) im Juni 2007 ein.

Das Jahr 2008 stand ganz unter dem Thema Kommunalwahlen in Rosenheim. Im Januar 2008 fand eine Podiumsdiskussion der Bürgermeister Kandidat/Innen statt, sowie eine Podiumsdiskussion der Kandidaten zu Landratswahl.

"Für ein soziales Europa - aber wie?" war das Thema einer Veranstaltung der Europawahl-Kandidaten Dr. Gabriele Stauner (CSU), Wolgang Kreissl-Dörfler (SPD), Thomas HÄndel (Die Linke), Max Winter (FW) und Dr. Jens Maceiczyk (FDP) im Mai 2009.

Im Juni 2010 referierte Ulrike Mascher (Präsidentin des VdK Deutschland) über das Thema "Armut im Alter - Wie entsteht Altersarmut und was kann dagegen getan werden."

Mit der Bundestagsabgeordneten Angelika Graf (SPD) wurde im Herbst 2010 über die Gesundheitsreform diskutiert und die Positionen des Sozialforums klargestellt.

Im Mai 2011 wurde das Sozialforum Rosenheim vom Geschäftsführer des Jobcenters Rosenheim Stadt über die aktuellen Änderungen seit Januar informiert.

Für den Herbst dieses Jahres ist eine Veranstaltung zum Thema: "Ende des Zivildienstes - was jetzt?" geplant.

Zusammenstellung:

Helmut Türk-Berkhan, Christa Müller


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